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Geschichte der Schützenbruderschaft

 

Die Schützenbruderschaft wurde am 14.07.1947 in Anlehnung an die Statuten der im Jahre 1872 ins Leben gerufenen Schützengesellschaft zu Wiemeringhausen wiedergegründet. Bei diesem Beschluss zur Weiterführung des Vereinslebens wurde die Schützenbruderschaft nach unserem Kirchenpatron benannt.


Zweck und Ziel der Bruderschaft ist die Heimatpflege, die Pflege des Brauchtums, der Kameradschaft, der Unterhaltung und Geselligkeit. Die enge Anlehnung an die Kirche wird dadurch festgeschrieben, dass der jeweilige Pastor der Kirchengemeinde der geistliche Präses der Bruderschaft ist.

Die satzungsmässig gesteckten Ziele werden u.a. durch die Feier eines jährlichen Schützenfestes und durch die Durchführung eines Kinderschützenfestes verwirklicht. Der Höhepunkt des Vereinslebens, das Schützenfest, findet am 1. Sonntag im Juli eines jeden Jahres statt. Es umfasst den Samstag, den Sonntag mit dem "Großen Festzug" und den Montag mit dem Vogelschießen sowie der Proklamation des neuen Schützenkönigs. Als weiteres Ziel gilt es, den alt überlieferten Schießsport aufrechtzuerhalten und zu fördern. Hierzu unterhält die Schießsportgruppe einen KK-Schießstand auf dem zahlreiche Aktivitäten, vor allen Dingen zur Einbindung der Jugend in das Schützenwesen, stattfinden. So können wir feststellen, dass trotz der in der heutigen Zeit immer vielfältiger werdenden Freizeitangebote die Jugend positiv der Schützenbruderschaft zugewandt ist.

 

Aus der Geschichte der Schützenbruderschaft

Seit mehr als 125 Jahren feiern die Bürger von Wiemeringhausen ihr Schützenfest, nachdem am 10. April des Jahres 1872 elf Gründungsmitglieder die männlichen Bewohner der Gemeinde zur Gründungsversammlung riefen. Die ersten Anfänge hatten auch in unserer Gemeinde ehemalige Soldaten geschaffen, die in Erinnerung an den siegreichen Krieg 1870 / 71 einen Kriegerverein gegründet hatten. Der Entschluss zur Gründung einer Schützengesellschaft entstand daraus, Veranstaltungen wie Tanzbelustigungen und Sommer-Kirmes zu beenden und stattdessen ein Fest der gemeinsamen Geselligkeit zu veranstalten.
Die erforderlichen Statuten zur Gründung einer Schützengesellschaft und zur Einführung eines Schützenfestes wurden aufgestellt und beschlossen. Die vorangestellte Präambel gibt einen Einblick auf Einstellung und Haltung der Bürger zu König und Vaterland zur damaligen Zeit. In den 28 Paragraphen werden die Rechte und Pflichten der Mitglieder, der Festablauf mit dem Vogelschießen und auch die Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder äußerst genau dargelegt.
Anhand der Statuten kann man erkennen, wie sehr vor allem in gesellschaftspolitischer Hinsicht in diesen 125 Jahren manches fortgeschrieben wurde.

1925

 

 

Schützenfest im Jahre 1925! Auf dem Bild von links:
Frigen Heinrich, Franziska Joch (Mühlen), Josefine Hanfland (Hassen),???, Katharina Joch, Fritz Grosche (Sommers), ??? , Else Grosche (Sommers), Josefa Grosche (Friedrichs)

 

 

Wie alles begann...

Bereits am 30 Juni und 01. Juli 1872 konnte das erste Schützenfest gefeiert werden. Erster regulärer König wurde 1872 Franz Hanfland.
So verlief die so genannte gute alte Zeit auch in der Schützengesellschaft, die von 1872 bis 1876 unter einem Zeltdach ihre Schützenfeste feierte. 1876 wurde dann ein eigenes Zelttuch gekauft, das dann an die Schützenvereine und -gesellschaften aus den Nachbarorten ausgeliehen wurde.
Die Vorbereitungen zum Schützenfest waren damals recht mühevoll, mussten doch das Zelt jeweils aufgebaut, die Unterkonstruktion und der Tanzboden gelegt werden.
Nach dem Erwerb des heutigen Schützenplatzes am 11. März 1883 vom Landwirt Johann Schmidt, wurde eine feste Halle aus Holz errichtet. Die Kosten für das Grundstück betrugen 650 Mark, die Errichtungskosten für die Halle 4592 Mark.
Zum Richtfest wird festgehalten: Beim Heben der Schützenhalle sollen an die Mannschaften, welche dabei tätig sind, 50 Liter Bier gegeben werden.

Auf Verlangen der damaligen Königlichen Schulinspektion und des Königlichen Landrates musste die Halle der Wiemeringhauser Schule zum Turnen zur Verfügung gestellt werden.

Bei den zu diesem Zeitpunkt noch am Sonntag nach Johannis stattfindenden Schützenfesten lieferten zwei Assinghauser Brauereien das Bier, und zwar für den ersten Tag die Brauerei Weiken und für den zweiten Tag die Brauerei Hanfland.

Die Jahresprotokolle sowie der einzelne Schriftverkehr, wurde in den letzten Jahren aufgearbeitet und in verschiedenen Bänden eingebunden, um sie weiterhin unseren Nachkommen zu erhalten. Diese schriftlichen Unterlagen zeigen eine beachtliche Genauigkeit in der Darstellung aller wirtschaftlichen und persönlichen Vorgänge.
Beim 25-jährigen Vereinsbestehen im Jahre 1897 errang Friedrich Joch die Königswürde.

Dem eingangs erwähnten "glorreichen Krieg" von 1870/71 folgte nach 42-jährigem Bestehen der Gesellschaft der 1. Weltkrieg, dessen Auswirkungen das Feiern von Schützenfesten nicht mehr möglich machte.
In diesen Kriegsjahren wurde die Halle zur Unterbringung von Soldaten, Pferden und Kriegsmaterial benutzt und dabei stark beschädigt.

Kaum war das 50-jährige Jubelfest im Jahre 1922 mit den Königen August Henneke am 1. Tag und Johannes Lingenauber am 2. Tag vorüber, da musste aus wirtschaftlichen Gründen, auf dem Höhepunkt der Inflation, im Jahre 1923 das Schützenfest erneut ausfallen. Infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse wurde oftmals darüber abgestimmt ob das Fest an ein oder zwei Tagen abgehalten oder gänzlich ausgesetzt werden sollte. Erzielte Erlöse wurden zeitweise dem Kirchenneubau oder dem Kriegerdenkmalfond zur Verfügung gestellt.

 

1949

 

Historische Aufnahme aus dem Jahre 1949: Der "goldene Schuß" mit der Armbrust ist getan. Schützenbrüder lassen den König Franz-Josef Schmidt hochleben.

 

Der unselige Zweite Weltkrieg 1939 bis 1945 und seine Folgen ließ wiederum sieben Schützenfeste ausfallen und dabei die Schützenhalle für militärische Zwecke verfügbar werden, was zu weiteren beträchtlichen Schäden führte.
Viel schmerzlicher aber war der Verlust der vielen Schützenbrüder, die nicht mehr heimkehrten.

Mit dem Zusammenbruch der Diktatur wurde durch die Besatzungsmächte ein Verbot des gesamten Schützenwesens ausgesprochen. Auf Betreiben der katholischen Kirche wurde in 1946 das Verbot der Schützenbruderschaften, nicht aber der Schützenvereine, aufgehoben. So wurde 1947 eine neue Satzung erstellt und es fand eine Namensänderung in
"St. Antonius Schützenbruderschaft" statt. Alles überflüssige preußische und militärische Beiwerk war jedoch weiterhin verboten, wobei das Gewehrschießen natürlich auch untersagt war. Deshalb ließ die Bruderschaft zwei Armbrüste bauen, die dann nicht nur in Wiemeringhausen beim Vogelschießen eingesetzt wurden.
Beim 75. Jubelfest am 10. und 11. August 1947, das in bescheidenem Rahmen veranstaltet wurde, errang Josef Schmidt (Beeren) die Schützenkönigswürde.

 

1954

 

Vogelschießen: Aufnahme aus dem Jahre 1954.

 

Mit dem Amtsantritt der Lehrerin Margret Schmidt werden seit 1957 die jährlichen Kinderschützenfeste gefeiert, um so die Verbindung der Jugend zur Bruderschaft schon rechtzeitig herzustellen.

Als besonderes Ereignis aus der jüngeren Vergangenheit ist die Feier des 100-jährigen Bestehens hervorzuheben, das mit den Nachbarvereinen aus Niedersfeld, Assinghausen, Bruchhausen, Brunskappel, Olsberg und Wulmeringhausen gefeiert wurde. Jubelkönig bei dieser Festveranstaltung wurde Theodor Balkenhol.

1972

 

Stellten sich dem Fotografen: die ehemaligen Könige im Jahre 1972 mit dem Jubelkönig Theodor Balkenhol und dem amtierenden König Heinz-Willi Gottdang.

 

 

Im Jahre 1997 fand die Jubiläumsfeier anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Schützenbruderschaft statt. Zu dieser besonderen Geburtstagsfeier wurde eine Festschrift herausgegeben. Das Jubiläumsschützenfest wurde am 24. und 25. Mai mit einem besonderen Festakt begangen. Beim Ausschießen der Kaiserwürde aller ehemaligen Schützenkönige behielt Fritz Schenk, König 1980/81, die Oberhand. Unterstützt wird er in der Zeit seiner Regentschaft durch seine Ehefrau Doris. Am sonntäglichen Festzug waren die Vorstände der Nachbarbruderschaften aus Assinghausen, Bruchhausen, Brunskappel, Niedersfeld sowie Wulmeringhausen mit Orden und Ehrenzeichen und mit ihren Traditionsfahnen erschienen. Begleitet wurden sie durch das jeweilige Königspaar und dem zugehörigen Hofstaat. Die Musikvereine Thülen und Hirschberg sowie das Tambourcorps Hirschberg sorgten für Blas- und Marschmusik.

 

125_jhriges

 

Ehemalige Schützenkönige im Jubiläumsjahr 1997

 

Aus sicherheitstechnischen Gründen musste zu Beginn des neuen Jahrtausends eine neue Schießanlage für das Vogelschießen errichtet werden.
In diesem Zusammenhang wurde auch der angrenzende Schützenplatz planiert und anschließend gepflastert.

Im Jahre 2003 übernahm die Schützenbruderschaft den Vorsitz des Stadtverbandes Olsberg. Als äußeres Zeichen dieser Aufgabe wurde auf dem Stadtschützenfest in Helmeringhausen am 14. Sept. die von Ehrenbrudermeister Kurt-Peter Seiffertt angeregte und beschaffte Stadtstandarte übernommen.

Im Rahmen des Stadtverbandvorsitzes richtete die St. Antonius Schützenbruderschaft die jährliche Generalversammlung des Stadtschützenverbandes und den jährlichen Herbststammtisch der Schützenvereinsvorsitzenden aus.

Ein erster Höhepunkt war im Jahre 2004 die Ausrichtung der Borbergwallfahrt der Schützenverbände Brilon und Olsberg. Rund 400 Schützen nahmen an der von Präses Pastor Goebel ausgerichteten Messe teil.

Krönung und Abschluss des Stadtverbandvorsitzes war die Ausrichtung des Stadtschützenfestes 2006. Bei bestem Schützenfestwetter fand am Samstag, den 09. Sept. das Schießen um die Stadtkönigswürde statt.
Der glückliche Schütze war Klaus Hanfland aus Wiemeringhausen. Mit seiner Frau Karina regiert er die Stadtschützen bis zum Jahre 2009. Erstmalig wurde auf dem Stadtschützenfest in Wiemeringhausen ein Stadtjugendkönig ausgeschossen. Hier war Mattias Ernst aus Antfeld erfolgreich.

Am Sonntag präsentierten sich 520 Schützen aus 12 Vereinen mit ihren Königspaaren und dem Stadtkönigspaar Klaus und Karina Hanfland bei bestem Wetter den vielen Festbesuchern im Ort.

In Erinnerung bleibt ein harmonisches und erfolgreiches Fest in unserem Ort

 

Unsere gute Stube

halle_frontansicht

In gemeinsamer Arbeit haben die jeweiligen gewählten Vorstände dafür gesorgt, dass die Schützenhalle erhalten blieb. In den letzten 35 Jahren wurde die Schützenhalle mehrfach verändert, umgebaut und erweitert, damit sie die heutigen gehobenen Ansprüche abdecken kann. Dies war nur mit erheblichen zweckgebundenen Sonderbeiträgen der Mitglieder möglich.

So wollen wir es weiterhin nach den Worten des großen deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe halten: "Was Du ererbt von deinen Vätern hast - erwirb es, um es zu besitzen" und den eingeschlagenen Weg weitergehen und uns in die Zukunft durch unsere Grundsätze leiten lassen:

Glaube - Sitte - Heimat

Dem kann man noch hinzufügen:

Der Tradition verpflichtet - auf die Zukunft ausgerichtet